Dienstag, 4. April 2017

Ein Wochenende in Worpswede...

...ist wie ein kleiner Kurzurlaub! Und immer anders! 

Zu meiner Schulzeit habe ich mit dem Kunstleistungskurs Anfang der 80er eine Studienfahrt hierher gemacht, wir haben uns damals intensiv mit der ersten Malergeneration der Künstlerkolonie auseinandergesetzt, selber im Freien gemalt und das hat nicht nur geprägt, sondern auch geholfen, den Blick für Gemälde und Photos zu schulen und bis heute kann es passieren, dass es in den Fingern kribbelt, und ich mal wieder zum Pinsel greife!

Zum ersten Mal war es uns möglich, die berühmten Malerstätten auch von innen zu bewundern!
So ist im Barkenhoff von Heinrich Vogeler eine Dauerausstellung mit seinen Werken zu sehen. Der Garten ist in der Grundanlage wieder hergestellt, wie er von ihm ursprünglich angelegt wurde und wie er auf vielen seiner Gemälde zu sehen ist.



Dann haben wir Martha Vogelers Haus im Schluh ansehen können, auch ein interessanter Ort, der viel vom Originalinterieur des Barkenhoffs enthält. Soviele Gemälde im Original dort hängen zu sehen war schon echt einzigartig! Obendrein ist hier eine Handweberei und das Vogeler-Archiv untergebracht.


Leider durfte man in den Räumen nicht fotografieren. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Lektüre des Buches von Friederike Schmidt-Möbus: "Worpswede - Leben in einer Künstlerkolonie" aus dem Reclam-Verlag, erst 2012 erschienen und leider schon vergriffen! Seit den 80er Jahren ist die Forschung natürlich auch weitergegangen und so war es für mich sehr spannend, parallel zu unserem Aufenthalt in dieser Biografie, die ausserdem sehr kurzweilig zu lesen ist, neue Erkenntnisse zu gewinnen!


Wir sind die meiste Zeit mit dem Rad unterwegs gewesen, denn das hat sich leider auch verändert: der Autoverkehr hat sehr stark zugenommen und so ist man doch unabhängiger! Aber wenn man etwas rausfährt ins Teufelsmoor dann kann man durchaus etwas von dem Geist, der damals die Künstler bewogen hatte sich hier niederzulassen, nachvollziehen!




Malerische Bauernkaten, wie aus der Zeit gefallen...



...und schöne Spiegelungen in der Hamme, man muss nur die Augen aufmachen!

Ein weiterer Höhepunkt war ein Konzert in der Worpsweder Music-Hall, für das wir schon monatelang vorher Karten hatten.


Was für ein Abend! Der mittlerweile 83-jährige John Mayall, Blues-Urgestein, liess es sich nicht nehmen, eine Stunde vor Konzertbeginn eigenhändig seine CDs zu verkaufen, ging dann direkt auf die Bühne, spielte mit seiner Band 2 volle Stunden inklusive 2 Zugaben - aber ohne Pause! Das war echt unglaublich, soviel Spielfreude und Agiliät!


Alles in allem ein wunderbares Wochenende...und der Grund, warum hier nähtechnisch nicht wirklich viel passiert ist!

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