...jetzt ist es schon eine Woche her, dass wir in Worpswede waren. Anfang des Jahres hatte ich schon Tickets für ein Konzert in der Worpsweder Music Hall zum Geburtstag verschenkt und hatte auch die Idee, ein paar Tage ranzuhängen, um eine kleine Auszeit zu haben.
Am letzten Wochenende waren, zumindest in Worpswede, die ersten fast sommerlich anmutenden Sonnentage des Jahres. Wir hatten uns in der gleichen Pension, wo wir 2017 schon mal waren einmieten können.
Das Haus, was tatsächlich vom Baustil etwas an den Barkenhoff erinnert, gehört zu einem Pferdehof. Die Besitzerin, Frau Warnken, ist mittlerweile auch schon 87 Jahre alt und konnte sich aber sehr gut an uns erinnern. Wir bekamen das gleiche Zimmer und starteten gleich mit unseren Falträdern zu einer Tour.
Ein paar Kilometer vor Worpswede gelegen, gibt es neben der Hauptstraße wundervolle kleine Wege und Straßen entlang der typischen Gräben.
Wir haben sofort das Wohnhaus von Paula und Otto Modersohn entdeckt.
Mittlerweile ist hier auch ein Museum mit wechselnden Ausstellungen entstanden, beides hatte ich noch nie gesehen und so haben wir, da es gerade öffnete, gleich hineinbegeben. Neben einer ständigen Ausstellung war eine Sonderausstellung des Malers Walter Bertelsmann, der Schüler von Hans am Ende war und als letzter der älteren Malergeneration gilt. Ich hatte von ihm noch nie etwas gesehen und war ganz angetan von seinen Bildern. Man konnte noch einige Räume des Wohnhauses ansehen, wo neben Innenausstattung u.a. auch Photos von Paula und Familie zu sehen waren.
Farbenfroher Eingangsbereich und wunderschöne Eingangsstür...
Dann haben wir uns erstmal gestärkt und fuhren zu einer kleinen Siesta zurück in die Pension.
Am späten Nachmittag, bei immer noch sehr lauen Temperaturen, so dass wir wieder die Räder nahmen, fuhren wir dann wieder in das Dorf und haben bei einem sehr netten kleinen türkischen Lokal einen Platz draußen auf der Terasse ergattern können und uns erstmal für den Abend gestärkt.
Da wir gut in der Zeit waren, war uns ein vorderer Platz in der Warteschlange vor der Music Hall sicher.
So kam es, dass wir uns tatsächlich in der ersten Reihe wiederfanden! Auf der Bühne waren nur 2 Gitarren und ein wunderschöner Blumenstrauss zu sehen. Luka Bloom, ein irischer Singer-Songwriter, ist uns wohlbekannt, wir haben mehrfach bei uns Konzerte von ihm erlebt und waren immer begeistert von den Liedern und auch von den Geschichten drum herum.
Und wir wurden auch diesmal nicht enttäuscht, er hat gutgelaunt diesen Abend bestritten und uns hat es sehr gut gefallen. Während der Coronazeit hat er sich mit irischem Harfenspiel auseinandergesetzt und akustisch ein oder zwei Titel auf seiner Gitarre gespielt, das hat mir sehr gefallen. Überhaupt war die Tour auf seine (älteren) Lieblingssongs ausgerichtet, die er neu interpretiert hatte. So kannten wir dann auch etliche und so auch das Publikum, was textsicher das eine oder andere Lied als Backgroundchor begleitete.
Nach mindestens 2 Zugaben geschah dann aber das total Unerwartete! Er verbeugte sich noch einmal, drehte sich um, nahm den wunderschönen, riesigen Blumenstrauß (Sonnenblumen, Freesien und weißer Rittersporn) aus der Vase und schenkte ihn.... mir!!! Ich wusste überhaupt nicht, wie mir geschah und war einfach nur platt! Sowas ist mir ja noch nie passiert!
Die Rückfahrt in totaler Dunkelheit mit diesem Strauß auf den Falträdern in unbekannter Umgebung mag man sich gerne vorstellen. Ohne Handy wären wir wohl nie wieder in der Pension angekommen! So hat das aber doch noch geklappt! Wir stellten den Strauß erstmal in einen Wassereimer ins Foyer und am nächsten Morgen habe ich ihn dann unserer netten Wirtin geschenkt, die sich auch sehr gefreut hat!
Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir dann mit den Rädern, bei immer noch sehr sommerlichem Wetter, ein paar schöne Ecken abgefahren.
So ging es erst Richtung Neu-Helgoland über die Hamme, wo die Torfkähne anlegen um heutzutage die Touristen mitzunehmen, zu einem moderneren Aussichtsturm mit wundervollem Blick über die Moorlandschaft.
Am Worpsweder Bahnhof, hier die Rückseite, längs zur alten Molkerei, die u.a. ein tolles Antiquariat beherbert, mit, das soll einen nun nicht wundern, sehr großen Abteilung mit Literatur über die einzelnen Maler. Hier habe ich mir eine Biographie über Ottilie Reyländer, auch eine der frühen Malerinnen, mitgenommen.
Weiter ging es zum Barkenhoff...
hier haben wir aber nur einen Kaffee getrunken, und weiter zur sogenannten Käseglocke, auch hier reichte uns ein Blick von aussen.
Dann waren wir noch in der Großen Kunstschau, was etwas enttäuschend war, diese modernen Installationen sind nicht so mein Fall.
Was sich aber als richtig guter Tip unserer Vermieterin herausstellte, das war der Besuch in der Galerie Cohrs Zirus. Untergebracht in einer etwas zurückgesetzt liegenden weißen klassizistischen Villa, traut man sich fast nicht herein, aber dort findet man so viele schöne Bilder und Exponate, natürlich alles zum Verkauf und einen netten, sehr alten, formvollendeten Herren, der mühelos die Fragen zu allen Künstlern beantwortete. Da ja Samstag war, kamen schon die ersten Reisebusse und wir waren froh, hier nochmal relativ ungestört die Werke anschauen zu können.
Zurück in der Pension habe ich dann noch eine, während unseres Aufenthaltes angefangene Zeichnung von PMB fertig zu stellen. Es war schwierig die Jugendlichkeit festzuhalten, ganz zufrieden bin ich auch noch nicht.
Und dann habe ich noch, als wir wieder zuhause waren, ein Acrylbild, was ich nach dem letzten Besuch 2017 gemalt hatte, fotografiert und unserer kunstinteressierten Vermieterin zugeschickt, es zeigt den Weg vor ihrem Anwesen zur Hauptstraße.
Am Sonntag ging es dann wieder nach Hause. Das war ein schöner kleiner Kurztrip, wo alles gepasst hat. Ich habe viele Photos gemacht, um später das eine oder andere Motiv zu malen.






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